9. März 2017 TIMAFOTO 0Comment

Zugegeben ist der Titel provokant und selbstverständlich liegt es uns fern irgendwen zu beleidigen! Aber nach der Klärung der folgenden Fragen, wird klar warum es so ist:
Warum unbearbeitete Fotos zu 95% nicht das zeigen was fotografiert wurde?
Warum die Forderung nach „unbearbeiteten Fotos“ und OOC-Fotos („out of cam“) Blödsinn ist?
Warum es gar keine „unbearbeiteten Fotos“ im Internet geben kann?
Die Antwort auf alle der eben gestellten Fragen ist: Technik! Der Bildsensor einer Kamera hat nicht die Möglichkeiten des Menschlichen Auges. Also kannst Du bei einem Sonnenuntergang den spektakulären Himmel richtig belichten, dann ist die Umgebung schwarz. Oder Du belichtest die Umgebung richtig, dann ist das Farbspektakel am Himmel nur bedingt oder gar nicht zu sehen. Selbst die Änderung der Belichtungsmessmethode hilft hier nur sehr wenig. Wenn Du dann noch in JPG-Format fotografierst, das „nur“ 256 Helligkeitsabstufungen je Farbkanal kann, dann hast Du ganz verloren.

Also zeigt ein OOC-Foto, ein Bild das direkt aus der Kamera kommt, in den wenigsten Fällen das, was wirklich fotografiert wurde. Und abgesehen davon, gibt es gar keine unbearbeiteten Fotos im Internet! Ein JPG das aus der Kamera kommt, ist durch die Kamerasoftware bearbeitet. In jeder DSLR (u.ä.) Kamera kann man „Bildstile“ einstellen. Hier kannst Du Schärfe, Kontrast, Sättigung und Farbton ein- bzw. verstell… also die kleinste Form der Bildbearbeitung. Außerdem erhältst Du ein stark komprimiertes Foto mit ca. 4 MB. Ergo ist ein JPG OOC-Foto gar nicht unbearbeitet, den wenigstens die Kamerasoftware hat optimiert und komprimiert.

Es bliebe theoretisch eine Möglichkeit, ein wirklich unbearbeitetes Foto zu sehen… eine RAW-Dateien. Allerdings gibt es dabei drei Haken:

  1. Dateiformat:
    Mit dem RAW-Format kann das Internet gar nichts anfangen und selbst der normale PC weiß nicht mit einer RAW-Datei umzugehen. Da muss erst eine entsprechende Software her, die dieses Format darstellen und bearbeiten kann. Ergo MUSS eine RAW-Dateie bearbeitet -oder besser „entwickelt“- werden, weil man das Foto sonst gar nicht im Netz sichtbar machen kann.
  2. Datenmenge:
    Eine RAW-Datei hat selten unter 20MB und Dateigrößen bis 100MB (und mehr) sind möglich.  Sicherlich leben wir heute in einer Zeit, in der man nicht erst das 1MB große Foto anklickte und sich dann einen Kaffee machen ging. Aber rund 40MB pro Foto und das jedesmal?
  3. Facebook:

Wir von TIMA-FOTO haben für uns einen Anspruch an unsere Fotos entwickelt: Wir wollen dem Betrachter das zeigen, was wir zum Zeitpunkt der Aufnahme gesehen haben… nicht mehr und  nicht weniger. Selbstverständlich gibt es auch bei uns kleine Tricks und Kniffe, mit denen wir unsere Fotos optimieren und selbstverständlich entfernen wir auch störende Element… aber nur sehr selten, wird es der Betrachter bemerken.
Ein Beispiel: Dieses Foto (RAW Entwicklung mit allen Reglern auf null) ist in Warnemünde entstanden, bei der „Seesucht Warnemünde“ (Link). Es gibt also mehr als genug Zeugen, die bestätigen können, dass es zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht so aussah, wie die Kamera es wieder gibt… klick auf das „unbearbeitete“ Foto und Du wirst das sehen, was wir gesehen haben!

Niemand sollte sich gegen Bildbearbeitung und das RAW-Format wehren, der sein Hobby ambitioniert betreibt. Ja, es ist aufwendig und ja, es kostet Zeit und viel Einarbeitung. Aber die Ergebnisse sind es wert!

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